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Denk nach ...

Die ersten beiden Lebe-Wahrheiten Buddha's

1) LEBEN bedeutet LEIDEN
2) die Ursache des LEIDENS - ist VERLANGEN
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Ein Zen-Meister bittet seinen Schüler, über folgenden Koan zu Meditieren:

Ein Gänsekücken wird in eine Flasche gesteckt und gemästet. Es wird immer größer und füllt bereits die ganze Flasche aus. Nun ist es zu groß, durch den Flaschenhals kommt es nicht mehr heraus, der Durchgang ist zu eng. Der Koan stellt dich vor die Aufgabe, die Gans aus der Flasche zu holen, ohne die Flasche zu zerbrechen und ohne die Gans zu töten.
Tagein, tagaus meditiert der Zen-Schüler, findet keinen Ausweg, dreht und wendet das Problem. Aber im Grund ist es unlösbar. Er ist müde, zu Tode erschöpft, da geht ihm plötzlich ein Licht auf: Er begreift auf einmal, dass der Meister nicht an der Flasche und der Gans interessiert sein kann, sie müsse etwas anderes symbolisieren. Die Flasche ist der Verstand, und du bist die Gans. Obwohl du nicht im Verstand bist, kannst du dich mit ihm so stark identifizieren, dass du glaubst, du bist darin …
Der Schüler rennt zum Meister und sagt: „Die Gans ist draußen“.
Und der Meister antwortet: „Du hast es verstanden. Jetzt lass sie draußen. Sie war niemals drinnen.“
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Nachiketa wird zu Yama, dem Gott des Todes geschickt, um von ihm unterwiesen zu werden. Und als Yama, der Gott des Todes, Nachiketa viele verlockende Dinge anbietet - Nimm das, nimm das Königreich, nimm den Reichtum, nimm all diese Pferde, all diese Elefanten, nimm dies und jenes, eine lange Liste von Dingen, da sagt Nachiketa: „Ich bin gekommen, um zu lernen, was der Tod ist, denn so lange ich nicht weiß, was der Tod ist, kann ich auch nicht wissen, was das Leben ist“.
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Das Orakel von Delphi hatte erklärt, Sokrates sei der weiseste Mensch auf Erden. Da gingen einige Leute zu Sokrates und sagten zu ihm: „Freu Dich! Das Orakel hat dich zum weisesten Menschen auf Erden erklärt".
Sokrates erwiderte: „Das ist alles Unsinn. Ich weiß nur das ich nichts weiß".
Die Leute waren erstaunt und verwirrt. Sie gingen zurück zum Tempel und sagten zum Orakel. Du hast behauptet, Sokrates sei der weiseste Mensch auf Erden, doch er selbst streitet alles ab. Im Gegenteil, er sagte er sei vollkommen unwissend. Er sagt, er wisse nur eins: dass er nichts weiß.
Da lachte das Orakel und sagte: „Genau aus diesem Grund habe ich ihm zum weisesten Menschen auf Erden erklärt. Das ist der Grund - weil er weiß, dass er nichts weiß"
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Wenn wir beschließen würden, dass jeder Mensch auf der Erde nur 24h die Wahrheit sagt, und nur die Wahrheit, dann würde alle Freundschaft von der Erde verschwinden. Alle Liebesbeziehungen würden aufgelöst, jede Ehe ginge den Bach hinunter. Wenn ein Beschluss
gefasst würde, dass die ganze Menschheit 24h nur Ehrlichkeit praktiziert und sonst nichts ...
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Meister Eckhart sagt: „Es ist nicht etwa so, dass die Zeit vorbeigeht. Die Zeit bleibt gleich. Wir dagegen, wir gehen vorbei. Reine Zeit bleibt gleich, wir vergehen“.
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Buddha lag im Sterben. Es war der letzte Tag seines Lebens, und er fragte seine Jünger, ob sie irgendwelche Fragen stellen wollten. Sie weinten und schluchzten und sagten: „Du hast uns so viel gesagt. Jetzt gibt es nichts mehr zu fragen“. Buddha hatte die Gewohnheit, alles dreimal zu fragen. Er gab sich nie damit zufrieden, einmal zu fragen. Also fragte er noch einmal, und danach noch einmal, ob sie irgendwelche Fragen zu stellen hätten. Viele Male wurde Buddha gefragt: „Warum fragst du ein und dieselbe Sache dreimal“? Er sagte: „Weil der Mensch so unaufmerksam ist, so unbewusst ist, dass er es das erste Mal vielleicht nicht gehört hat und das zweit Mal vielleicht verpasst hat“.
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Eno hatte jemanden gefragt: „Was ist das Problem? Was sind die Wurzeln, so dass sich der Mensch enträtseln lässt und sich bemühen kann zu erkennen, wer er ist?“

Warum sollte er das nicht auch ohne Mühe können? Warum muss es da überhaupt ein Problem geben? Was läuft da falsch? Ein Leben ist da; du lebst. Warum ist dir nicht bewusst, wer du bist? Was hindert dich an dieser grundlegenden Selbsterkenntnis? Die wahre Frage ist also nicht, wie man sich selbst erkennt. Die wahre Frage ist zu erkennen, wie du es schaffst, dich nicht zu erkennen, wie du an einer so offenkundigen Wirklichkeit vorbeigehen kannst, wie du fortwährend dieser grundlegenden Wahrheit so sehr ausweichen kannst, das du sie nicht siehst.

Du musst Mauern errichtet haben: du musst dich gewissermaßen selber täuschen. Worin also besteht dieser Trick, vor sich selbst auszuweichen, sich selbst nicht zu erkennen? Solange du diesen Trick nicht verstehst, kannst du machen, was du willst - es wird nichts bringen; denn während du immerzu fragst, wie du dich selbst, wie du die Wahrheit, die Wirklichkeit erkennen kannst, hält der Trick an. Woraus folgt, dass du die Sperre unterstützt. Du erzeugst sie gleichzeitig auch, also wird dir nichts von dem, was du tust, weiterhelfen.

Tatsächlich braucht nichts Positives unternommen zu werden, um sich zu erkennen - nur etwas Negatives. In gewisser Weise brauchst du nur die Sperre zu beseitigen, die du selbst errichtet hast, und im selben Moment, wo die Sperre nicht mehr da ist, wirst du erkennen. Das Erkennen geschieht, wenn die Sperre fällt. Dafür kannst du keine Positive Anstrengung machen. Du brauchst dir nur BEWUSST zu sein, wie du es verfehlst … Werde Bewusst - lebe nicht im Kopf, lebe im Augenblick!

Das Wort zum Schluss: Genug nachgedacht, jetzt stellt das Denken ab …

Die Lebensprobleme, alle Probleme des Lebens sind Existenziell; sie sind nicht spekulativ. Ihr könnt sie nicht durch Nachdenken lösen. Ihr könnt sie nur lösen, indem ihr sie durchlebt. Nur durch Erleben tut sich die Zukunft auf. Durch Nachdenken tut sich die Zukunft nicht auf. Im Gegenteil - dann verschließt sich sogar die Gegenwart.

Vielleicht habt ihr das noch nie beobachtet: Jedes Mal, wenn ihr nachdenkt - was geschieht? Jedes Mal, wenn ihr nachdenkt, schottet ihr euch ab. Alles Gegenwärtige fällt weg. Ihr betretet einen Traumpfad in eurem Kopf. Ein Wort bringt das nächste hervor, ein Gedanke führt zum nächsten, und so geht ihr immer weiter und weiter.

Je tiefer ihr ins Denken hineingeht, desto weiter entfernt ihr euch von der Existenz. Nachdenken ist eine Art Sich-Entfernen. Es ist eine Art Träumen - es ist ein Träumen in Begriffen. Kommt zurück auf die Erde! Kommt wieder zur Existenz zurück.

Die Probleme des Lebens lassen sich nur dann lösen, wenn ihr tiefe Wurzeln in der Existenz schlagt. Mit euren Gedankenflügen entfernt ihr euch von den Wurzeln, und je weiter ihr von ihnen entfernt seid, desto geringer ist die Möglichkeit, irgendeine Lösung zu finden. Stattdessen bringt ihr damit alles durcheinander, und dann wird alles nur verworrener. Und je verworrener die Lage ist, desto angestrengter werdet ihr nachdenken und desto weiter werdet ihr euch entfernen …

HÜTTET EUCH VOR DEM NACHDENKEN (Osho - Das Buch der Geheimnisse)