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John Carpenter's The Ward - Die Station

John Carpenter’s The Ward - Die Station

Schon bei der ersten Kamerafahrt über den langen Gang der Station, dürfte jedem Zuschauer klar sein was ihm bei „The Ward“ erwartet. Die Worte: „Old-School-Horror“, und zwar von der allerfeinsten Sorte, dürften sich mit Hämmernden Lärm durch das Gedankenfeld des Großhirns prügeln. Der John Carpenter typisch, schleichende, unsichtbare Horror ist einfach in jeder Szene präsent und spielt gekonnt mit der Angst des Betrachters. Voller Spannung gleitet man in jeder Einstellung mit den Augen über die Leinwand um das Grauen was da hinten, irgendwo im Dunkeln verborgen liegt, doch noch rechtzeitig zu erkennen. Nur um dann jedes Mal erneut, vor Schreck, die Angst zu spüren, wie sie einen durch die Glieder fährt.

Stilmittel wie langsame, ausführliche und ruhige Kamerafahrten wechseln sich mit subjektiven Einstellungen und Bewegungen ab und deuten ein schleppendes Verderben an, was hinter jeder Ecke lauern könnte. Um die Spannung weiter zu steigern, setzt Carpenter auf unterstützende, gruselige Musik und Soundeffekte, schafft es auch so beim Betrachter eine gewisse „Unruhe“ zu erzeugen, die die gesamte Laufzeit über aufrechterhalten wird. Indirekte Unterstützung bekommt er dabei von der überzeugend, ausgewählten Location, die eine unglaubliche Kälte ausstrahlt. Ein weiterer Pluspunkt sind die gut gewählten Darsteller, allen voran Amber Heard, die nicht nur verdammt niedlich ist, sondern auch durch ein überzeugendes Schauspiel brilliert. Nicht zu vergessen, die ansprechende Geschichte rund um die Anstalt und ihr finsteres Geheimnis, das den Zuschauer bis zum schockierenden Ende hin, in die Irre führt.

Ein weiterer Pluspunkt ist der vollkommene Verzicht auf die sonst leider so üblichen und (meist) erbärmlichen CGI-Effekte, die im Schnitt, die ganze Atmosphäre zerstören. Und ein Kuriosum am Rande ist für mich, mal wieder, die deutsche FSK 18 Freigabe? Der Film verzichtet fast vollkommen auf Blut und/oder Gore-Effekte und hätte locker „ab 16“ durchgehen können? Aber das beim deutschen, erstaunlich inkompetenten, Prüfgremium nur Dilettanten rumsitzen, dürfte sich ja mittlerweile rumgesprochen haben …

Nach neun Jahren Pause, endlich wieder ein abendfüllender Spielfilm von John Carpenter, der in jeder erdenklichen Art und Weise, das Können des Meister durchschimmern lässt. Aber eben Aufgrund seiner, gemächlichen Inszenierung, nichts für Jedermann sein dürfte. Für mich aber ein echter Carpenter! Wertung: 9/10