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I Spit on your Grave (Remake)

I Spit on your Grave (2010)

„Rape and Revenge“ Filme haben ja schon seit Jahrzehnten einen eher schlechten Ruf, umso erstaunter war ich als gerade von einem der kontroversesten im oben genannten Genre überhaupt, ein Remake angekündigt wurde. Schon das Original von I Spit on your Grave aus dem Jahre 1978 wurde von den Kritikern regelrecht Zerrissen und steht gerade hierzulande schon ewig auf der schwarzen Liste. Aber wahrscheinlich ist die Ideenarmut in Hollywood mittlerweile an einem so absolut tiefen Tiefpunkt angelangt, das in dem ganzen Wahn aus Sequels, Prequels und Remakes alt bekannter Streifen und Klassiker, nun auch die Skandalfilme jener längst vergangener Tage, dran glauben müssen. Dass die Rechnung aufgehen kann hat ja schon das Remake von Dennis Iliadis aus dem Jahre 2009 zu Wes Craven’s Klassiker Mondo Brutale aka The Last House on the Left von ’72 eindrucksvoll bewiesen. Man nehme das Original Drehbuch, transferiert das Geschehen in unsere moderne Zeit und fertig ist mit leichten Mitteln der „Goldesel“ um mit bekannten Namen die Kassen erneut klingeln zu lassen. Das hat ja schon bei The Last House on the Left wunderbar funktioniert, Entstanden ist dadurch eines der besten Remakes überhaupt und Leute mit starken Magen, die den Film bis jetzt verpasst haben, sollten diese „Bildungslücke“ unbedingt schließen.

Natürlich wurden dadurch meine Erwartungen an I Spit on your Grave ins unermessliche gesteigert und wurden auch voll und ganz erfüllt, soviel sei schon mal verraten. Steven R. Monroe’s Neuinterpretation des Stoffes ist das beste Remake seit langem und die extremste Cineastische Erfahrung der letzten Jahre, natürlich nur in der Unrated Fassung, denn in der deutschen 18’er Version ist davon ja leider nicht mehr allzu viel übrig geblieben. Dabei hat Mr. Monroe sich nicht nur auf das Original Drehbuch verlassen, sondern der Geschichte auch ein paar neue Facetten hinzugefügt.

Die wohl Wichtigste Änderung des Drehbuchs stellt zweifelsfrei das Auftreten des Sheriffs dar, dem Jennifer (Überragend … Sarah Butler) bei ihrer ersten Flucht in die Arme läuft. Wo erst ein Gefühl von Sicherheit entsteht wird dem Zuschauer bald bewusst dass es für unsere Hauptperson kein Entkommen mehr aus der Hölle zu geben scheint, als die wahnsinnige Realität wie ein Hammerschlag aufgedeckt wird. Das Schicksal kann so grausam sein. In diesem Zusammenhang erhöht sich die Zahl der Rednecks auch auf fünf.

Jene berüchtigten Vergewaltigungsexzesse sind zwar nicht mehr ganze so ausführlich und detailliert, deswegen aber nicht minder drastisch und fies. Dafür wurde dem Rache-Part eine gewichtigere Rolle zuteil, wird dieser doch im Gegensatz zum Original sehr exzessiv, langwierig, qualvoll und On-Screen in all seinen grausamen Details der Gräueltaten, dem Zuschauer präsentiert. Die erbarmungslose Brutalität zieht dem geschockten Filmkenner regelrecht den Boden unter den Füßen weg. Dabei wirkt gerade diese gezeigte Gewalt zu keiner Sekunde Selbstzweckhaft, sondern steht im Kontext zu den derben Demütigungen und Vergewaltigungen in der ersten Hälfte des Films. In der Tat muss die junge Jennifer Dinge über sich ergehen lassen, die so abstoßend sind, das die daraus resultierende Rache nicht nur Gerechtfertigt ist, sondern auch zeigt dass das Opfer jedes Gefühl von Mitleid für die Peiniger verloren hat , was sich in ihrem absolut emotionslosen Blick niederschlägt selbst als die miesen Unholde im Angesicht des bevorstehenden Todes um Gnade winseln. Getreu dem Motto: „Wer Gewalt säht, wird auch Gewalt ernten“ eine wechselnde Opfer-Täter-Beziehung. Keine Auflockerung, keine dummen Sprüche, keine Verschnaufpause hier geht’s von der ersten bis zur letzten Sekunde knallhart zur Sache. Selbst bei den End-Credits läuft zum Glück kein schnulziger Pop-Song. Genau aus diesen Gründen wird der Genre-Meilenstein auch für immer ein Geheimtipp, für die Fans des unterdrückten Films, bleiben. Ein ganz mieser Bastard von einem Film und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Ein Zeitloser Klassiker im neuen Gewand, der sowohl erschreckend als auch faszinierend zugleich wirkt und zeigt wozu ein Mensch in Extremsituationen getrieben werden kann. Für die, die es verkraften … Wertung: 10/10





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