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I Saw the Devil

I Saw the Devil


Ich habe Ju-yeon geschworen dass er genauso leiden wird, wie sie leiden musste! Es geht weiter, es ist noch nicht vorbei“ … Und er wird Leiden sehr, sehr viel sogar, soviel kann ich schon mal verraten!

Nach dem Mord an seiner Freundin schwört Geheimagent Soo-Hyeon Kim (Byung-Hun Lee) brutale Rache an dem sadistischen Frauenmörder Kyung-Chul (grandios … Min-Sik Choi), dem er schon bald auf die Fersen kommt. Doch anstatt ihn zu töten, treibt er ein grausames Spiel das den Zuschauer auf eine intensive Tour de Force mitnimmt, die sehr schwer zu verdauen ist und das Hollywood verwöhnte Publikum wohl auch überfordern dürfte. I Saw the Devil zeigt eine so schonungslose Brutalität das die Grenze von Gut und Böse nicht bloß zerbricht, nein sie zerberstet regelrecht an dieser kompromisslosen Härte. Trotzdem oder gerade Deswegen stellt sich eine Frage permanent im Kopf des Betrachters: „Wie weit würde Ich gehen, wenn das meine Freundin gewesen wäre“? I Saw the Devil sprengt definitiv Grenzen, wenn es um herbe Gewaltdarstellung geht und wirkt gerade auch deswegen so intensiv. Dabei wirkt die Gewalt niemals selbstzweckhaft, sie wirkt eher authentisch, realistisch und lässt uns instinktiv ein Wechselbad der Gefühle erleben. Was ist richtig, Was ist falsch? Gut oder böse? Leid oder Mitleid? Beide sehen in ihrem jeweiligen Gegner, den Teufel. Der Jäger wird dem Gejagtem immer ähnlicher, unmenschlicher, je länger er das Spiel treibt. Das klassische Nietzsche-Thema: „Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehen, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird“!

Das ganze wird in einer tristen, düsteren, bedrohlichen Inszenierung präsentiert, die uns regelrecht die Kälte der Emotionen, die Hoffnungslosigkeit und das bloße Verlangen nach Rache „fühlen“ lässt. Das ganze wird sehr ruhig, fast schon verlassen vorgestellt und vielleicht ist gerade deswegen jede gezeigte Grausamkeit fast wie ein Schlag in die Magengrube. Atmosphärisch angelehnt an eine bizarre, verstörende Welt und eingefangen mit nahezu perfekter Kameraarbeit (s. 360 Grad Messerstecherei im Taxi). Ade du schöne Welt, Willkommen in einem Alptraum aus Serienkillern, Kannibalen und Räubern in der schwache und Unschuldige Menschen nicht den Hauch einer Chance haben, zu überleben. Getragen wird das Ganze von den wirklich grandios spielenden Hauptdarstellern Byung-Hun Lee und Min-Sik Choi, neben denen alle Nebendarsteller doch etwas verblassen.

Regisseur Kim Ji-woon präsentiert uns einen nahezu perfekten Rache-Thriller/Serienkillerfilm der die Messlatte nochmal deutlich höher legt und nur aufgrund einiger längen im Mittelteil einen Punkt an der Höchstnote vorbeischrammt.

I Saw the Devil, ist eine intensive Erfahrung, ein psychisches Katz und Maus Spiel und wird auch nach dem Abspann noch lange im Gedächtnis des Zuschauers bleiben. Und ehrlich: Ist es nicht genau das, was echt Kultfilme ausmacht? Unbedingt Anschauen … Wertung: 9/10





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