Impressum Disclaimer

Blutiger Valentinstag

Blutiger Valentinstag

Mir stellt sich immer wieder die Frage, wie mir dieser erstklassige Genre-Beitrag, immerhin knapp 30 Jahre lang durch die sprichwörtlichen Lappen gehen konnte? Nun, zum einen liegt das wohl an der etwas ungünstigen Titelwahl, denn „Blutiger Valentinstag“ (OT: My Bloody Valentine), klingt irgendwie nicht grad sehr spannend und ist für einen Slasher sicherlich auch schlicht und ergreifend die falsche Wahl. Aber man wollte wohl offensichtlich schnell noch auf der „Halloween“ und „Friday the 13th“-Welle mitschwimmen und so entschieden wohl einige clevere Marketingstrategen, einfach den nächsten noch -freien Tag- zu nehmen, obwohl der eher an eine Liebeskomödie erinnert. Und zum anderen hat mich diese deutsche „nur“ >R-Rated< Fassung vom Kauf abgehalten, erschien doch unlängst in den USA eine „Unrated Version“, in der die lange als verschollen geltenden Gewalt-Exzesse, ihren Weg in die ursprüngliche Fassung gefunden haben und das sogar in ansprechender Qualität. Zum Glück haben einige Boote leg geschlagen und sind mit deutschen Ton wieder aufgetaucht … Zeit für eine erste Sichtung.

Blutiger Valentinstag spielt in der kleinen Bergwerksstadt Valentine Bluffs, wo zwanzig Jahre nach einem Grubenunglück, ein irrer Killer umhergeht, der das Unglück damals als einziger und nur knapp, überlebt hat …

Schon das für den Slasherfilm so typische Strickmuster [Einführungsmord--> lange Vorstellung der Charaktere--> Überlebenskampf (ca. die letzten 30 min.)], wird von Regisseur George Mihalka gekonnt außer Kraft gesetzt. Über die gesamte Laufzeit hinweg verteilt, gibt es immer wieder einige, blutige Morde (Unrated Version) zu sehen. Nur im Mittelteil gibt es in dieser Hinsicht eine kurze Durststrecke, die zum Glück schnell überstanden ist, denn schon bald, taucht der Killer wieder auf. Dabei ist das Outfit des Schlächters nicht nur originell gewählt, sondern kommt auch noch verdammt brutal rüber. Die Minenarbeiter-Kluft, in Verbindung mit der Gasmaske, hinterlassen beim Zuschauer mächtig Eindruck und sorgen unter Verwendung der Spitzhacke als Mordinstrument, für einige kreative und derbe Morde. Dazu kommt noch, dass die letzten zirka dreißig Minuten in der Mine spielen, was eine sehr klaustrophobische Stimmung erzeugt und die Ausweglosigkeit der Protagonisten offen legt. Lange, dunkle, und dunstige Gänge, vereinzelt eine kleine, flackernde Glühbirne als Lichtquelle und immer der Täter im Nacken, so baut man Spannung gekonnt auf. Die Musikalische Untermalung ist wunderbar düster gehalten, mit behäbigen Bass-Grummeln und wirkungsvollem Score. Selbst der kleine Story-Twist, zur Identität des Killers, lädt zum geselligen „Whodunit“-Miträtseln ein und sorgt am Ende noch, für erstaunte Gesichter. Die Darsteller spielen für einen Slasher solide und bieten sogar mehr, als das sonst nur so übliche Kanonenfutter. Alles in allem macht Blutiger Valentinstag fasst alles richtig, und das sollte mit Beachtung belohnt werden.

Trotz der deutlichen Vorbereitung zum Schluss, ist leider nie ein zweiter Teil erschienen, was eigentlich eine Schande ist, denn Potenzial, um aus Harry einen zweiten Jason Voorhees zu machen, wäre genug vorhanden, Schade! Ein Remake wurde übrigens 2009 unter der Regie von Patrick Lussier veröffentlicht, was sich recht wacker schlägt und zahlreiche heftige Morde bietet, aber den Charme des Originals, leider, zu keiner Zeit erreicht.

Originelle Locations, passender Score und brutale Morde: Blutiger Valentinstag lässt mit seinem 80er Jahre Charme und aufgrund seiner tollen Inszenierung, das Herz eines jeden Slasher-Fan höher schlagen und sollte in jeder gut sortierten Horrorfilm-Sammlung einen Platz finden. Hervorragend konzipiertes Genre-Kino … Wertung: 9/10


Die VÖ’s:

Um die deutsche DVD von Paramount sollte man einen großen Bogen machen, da diese nur die R-Rated Version enthält. Einige Zeit später ist in Deutschland, wie weiter oben bereits erwähnt, ein Bootleg erschienen, dass den Film in seiner Unrated Version zeigt. Diese Fassung bietet eine gute Bild- und Tonqualität, nur die ehemals geschnittenen Szenen, fallen qualitativ etwas ab, wurden ansonsten aber recht professionell in den Film eingefügt (OmU). Eine dt. Blu-ray steht noch aus. Wer um Bootlegs einen Bogen macht, kann auch zur amerikanischen Veröffentlichung auf DVD oder Blu-ray greifen, die jeweils auch die Unrated Version enthalten. Deutschen Ton sucht man dort natürlich vergebens. Nach diversen Recherchen meinerseits, dürften sich qualitativ, keine Unterschiede zwischen den DVD-Versionen ergeben. Mangels Verfügbarkeit, kann ich diese Behauptung aber nicht prüfen.